Ein Gespenst geht um in Bayern

das gewerkschaftspolitische Seminarprogramm

Der Mensch lebt nicht vom Brot allein, manchmal muss auch ein guter Vortrag her. Deshalb gibt es selbstverständlich 2017 wieder zahlreiche Angebote zu gesellschaftskritischen Themen. Hier eine Übersicht.

DGB Bildungswerk Bund

14.06.2017. Sachgrundlose Befristungen - ein Massenphänomen

09.06.2017. Großbritannien: Erfolg für Labour, Wahlpleite für May

29.03.2017. Energiewende

Was noch kommt und was Sie verpasst haben:

24. Mai 2014: Reihe zum 1. Weltkrieg: „Kriegssozialismus“

In diesem dritten Seminar unserer Seminarreihe zum Ersten Weltkrieg geht es um die Entwicklung der Arbeiter- und Gewerkschaftsbewegung 1914 – 1918.

Diskutiert werden soll die Entwicklung von der für viele Zeitgenossen überraschenden und nicht selten als „Verrat“ gebrandmarkten Befürwortung des Krieges durch SPD und Gewerkschaften im Sommer 1914 bis zum Beginn der Novemberrevolution 1918, die den Frieden ermöglichte.

Auffällig sind dabei die plötzlichen Kurswechsel der Arbeiterbewegung: von angeblicher nationaler Euphorie zu Kriegsbeginn über wachsenden Unmut bis hin zu politischen Streiks und massenhafter Radikalisierung seit 1916. Blickt man tiefer, wird klar, dass der Krieg Widersprüche offenlegte, die schon länger angelegt waren. Trotz organisatorischer Einheit gab es die unterschiedlichsten Vorstellungen zum politischen Kurs der sozialistischen Bewegung, die im Krieg grell hervortraten. Doch durch die Dominanz der Kriegsfrage ergaben sich auch Kombinationen, die dem gewohnten rechts-links-Schema widersprechen: nicht nur bekannte Persönlichkeiten der Linken wie Rosa Luxemburg und Karl Liebknecht, sondern auch Revisionisten und Zentrum der SPD wie Eduard Bernstein und Karl Kautsky sprachen sich gegen den Krieg aus. Die Auseinandersetzung war zudem nicht beschränkt auf die Flügelkämpfe in der SPD: es war die Gewerkschaftsbasis, die mit den Massenstreiks ab 1916 diewirksamsten Zeichen gegen den Krieg setzte und die Novemberrevolution vorbereitete.

Das Seminar will einen Überblick über Akteure, Ideen und Handlungen der Arbeiterbewegung von 1914 bis 1918 geben. Ziel ist dabei nicht das rückblickende Finden einer einzig richtigen Strategie, sondern das Nachvollziehen von Interessen und Konflikten, die zur Neuorganisation der politischen Landschaft führten.

Referent: Dr. Ralf Hoffrogge, Historiker

Anmeldeschluss: Montag, 19. Mai 2014
Seminarbeginn: Samstag, 24. Mai 2014,
9:30 Uhr
Seminarende: Samstag, 24. Mai 2014, 17:30 Uhr
Seminarort: DGB-Haus München Schwanthalerstraße 64 80336 München
Foto: ver.di-Archiv

Zum Veranstaltungsflyer


22. Mai 2014: Buchvorstellung "Finanzmarktkapitalismus"

Die gängige Vorstellung, der derzeitige Kapitalismus sei als „globaler Finanzmarktkapitalismus“ richtig beschrieben, wird in aller Regel kaum mehr hinterfragt. Prof. Dr. Wolfgang Krumbein widerspricht dieser Kriseninterpretation und Zeitdiagnose.

Prof. Dr. Wolfgang Krumbein und seine Mitautoren Julian Fricke, Fritz Hellmer und Hauke Oelschlägel widerlegen die These von den aufgeblähten Finanzmärkten, die angeblich die Realökonomie dominieren, anhand umfangreicher empirischer Daten. Damit widersprechen sie auch populären Überzeugungen, wonach wir es mit einer „Entkoppelung“ von Realkapital und Finanzkapital zu tun haben: „Bei der Analyse der Krise 2007/09 und der zyklischen Erholung seit 2009 wird die Bedeutung von Strukturentwicklungen in der Realökonomie und von politischen Steuerungseingriffen systematisch unterschätzt“. Und sie bestreiten die Auffassung, mit dem „Finanzmarktkapitalismus“ habe sich eine neue Form des Kapitalismus herausgebildet.

Die Autoren plädieren für die Bewahrung einer Un-voreingenommenheit im linken analytischen Denken, die eine mögliche Revitalisierung des Kapitalismus zumindest nicht ausschließt und von überraschenden Entwicklungen nicht überrollt wird.

Die Buchvorstellung soll die Möglichkeit bieten, diese Fragestellungen kontrovers zu diskutieren.

Referent: Prof. Dr. Wolfgang Krumbein
Wissenschaftlicher Direktor des Instituts für Regionalforschung an der Universität Göttingen

Veranstaltungsbeginn: Donnerstag, 22. Mai 2014, 18.00 Uhr
Veranstaltungsort: Gewerkschaftshaus München, Schwanthalerstraße 64, 80336 München, Raum C. 0. 05

11. Mai 2014: Buchvorstellung – Einmal Palästina und zurück

Am Sonntag, dem 11. Mai, wird der Journalist und Shoa-Überlebende Karl Pfeifer sein neues Buch "Einmal Palästina und zurück – ein jüdischer Lebensweg" in München vorstellen. Im Buch beschreibt der Autor unter anderem seine Kindheitsjahre in Europa und wie er die Staatsgründung Israels erlebte.

1928 in Baden bei Wien geboren, wächst Karl Pfeifer als Sohn einer jüdischen Familie auf. Er besucht die öffentliche Volksschule, ansonsten bleibt die „kleine jüdische Gemeinde“ – auch aufgrund des herrschenden Antisemitismus – „mehr oder weniger unter sich“. Diese isolierte Existenz begünstigt zionistische Hoffnungen. Gleichzeitig lassen sich die Eltern von der antisemitischen Stimmung noch nicht vertreiben, „die Zeichen waren an der Wand aber man wollte oder konnte sie nicht sehen.“

Nach dem Anschluss im März 1938 geht alles sehr schnell: Ein Urlaub soll es werden, in Wirklichkeit führt die Flucht vor den Nazis über die Schweiz, Italien und Kroatien nach Ungarn. Der 10jährige Karl kommt ins Internat und lernt Ungarisch. Später in Budapest erlebt er wieder antisemitische Angriffe. Karl schließt sich dem HaSchomer Hatzair, einer zionistisch-sozialistischen Bewegung, an und kann 1943 unter falschem Namen mithilfe der Jugend-Alijah nach Eretz Israel flüchten. Drei Jahre wird Karl im Kibbuz erzogen. 1946 tritt er einer Eliteeinheit der Hagana bei und erlebt von 1946 bis 1949 als Soldat des Palmach die Kämpfe um die Geburt des Staates Israel. Auf der Suche nach einer Ausbildungs- und Arbeitsmöglichkeit kehrt er nach Europa zurück, wird in Frankreich wegen illegalen Aufenthalts gefasst und schließlich per Zug nach Österreich zurückexpediert.

„Einmal Palästina und zurück“ (Edition Steinbauer, Wien 2013) nennt Karl Pfeifer seine Erinnerungen, die er geschickt mit den Zeitläufen verbindet. Pfeifer arbeitet seit 1979 als Journalist in Wien, schreibt u. a. für die „Illustrierte Neue Welt“ (Wien) sowie die Berliner Zeitungen „Jüdische Allgemeine“ und „Jungle World“.

Eine gemeinsame Veranstaltung des DGB Bildungswerks Bayern, der Deutsch-Israelischen Gesellschaft e.V. Arbeitsgruppe München sowie der Israelitischen Kultusgemeinde München und Oberbayern.

Veranstaltungbeginn: Sonntag,11. Mai 2014, 19:00 Uhr
Seminarort: Jüdisches Gemeindezentrum, St.-Jakobs-Platz 18

26. April 2014: Marx für Anfänger - Ein erster Überblick

Vor dem Hintergrund der allen auf-fallenden Krisenprozesse und vielfachen Proteste gegen die vor allem sozial-politischen Folgen der europa- und weltweiten ökonomischen Entwicklungen werden wir der Frage nachgehen, welche wesentlichen Analysen zur und Einwände gegen die Welt von Lohnarbeit, Kapital und Gewinn uns von Marx angeboten werden.

Eines fällt auf: auch viele Kritiker/innen an den diversen krisen-haften Erscheinungsformen haben an den Grundsätzen von Ware, Geld, Arbeit, Gewinn und Märkten nichts auszusetzen, sondern bemühen sich ausschließlich um ein möglichst gerechtes und soziales Zurechtkommen der Leute in schwierigen Zeiten. Da ist dann viel von „Gier“, „Heuschrecken“, „Haifisch-Kapitalismus“ oder „den“ „Reichen“ die Rede, ohne dass diese Erscheinungsformen syste-matisch und begrifflich auf den Punkt gebracht werden.
Im Seminar soll gezeigt werden, dass all das nicht Marxens Sache war.
Das Seminar bietet interessierten Kolleginnen und Kollegen einen ersten Überblick über „Das Kapital“ Band 1 und soll die Teilnehmenden motivieren, sich intensiver mit den angesprochenen Themen zu befassen.

Seminarbeginn: Samstag, 26. April 2014, 09:30 Uhr
Seminarende: Samstag, 26. April 2014, 17:30 Uhr
Seminarort: DGB-Haus München, Schwanthalerstraße 64, 80336 München

Bitte nicht mehr anmelden! Keine Teilnahme mehr möglich.

Artikelaktionen